Es ist absolut normal, dass Kaninchen - auch solche die einen Partner gewöhnt sind - sich nicht sofort mit einem neuen Partner vertragen. Für unerfahrene Halter ist die Vergesellschaftung oft schwierig. Hier einige Tipps:
Am idealsten ist die Kombination Weibchen mit (kastriertem) Männchen. Das entspricht am ehesten der natürlichen Lebensweise von Kaninchen. Auch zwei kastrierte Männchen sind eine gute Kombination. Auch mehrere Männchen mit mehreren Weibchen ist möglich. Allerdings kann es hier zu Streitigkeiten unter den Weibchen kommen. Als gut hat sich bei uns bewährt, wenn es gleich viele Männchen wie Weibchen sind.
Etwas komplizierter ist es mit zwei Weibchen. Von dieser Kombination raten wir ab, denn hier sind Streitigkeiten vorprogrammiert. Das gilt leider auch oft für zwei Geschwisterweibchen. Wenn sich junge Kaninchen vor der Geschlechtsreife vertragen, ist das noch lange kein Beweis dafür, dass sie sich auch später vertragen. Auch wenn sich beide Tiere an einem neutralem Ort, zum Beispiel im Tierheim, miteinander vertragen haben, so ist das zwar noch keine Garantie dafür, dass sie sich auch zuhause auf Anhieb verstehen.
Es ist immer besser und einfacher, junge Tiere zu vergesellschaften. Bei älteren Tieren ist es schwieriger, aber nicht unmöglich. Hier ist von Seiten des Halters eben mehr Geduld gefragt. Es prallen eben verschiedene, durch die Jahre gefestigte, Charaktere aufeinander. Das ist ähnlich wie bei uns Menschen. Ungünstig ist eine Vergesellschaftung von einem älteren Tier mit einem sehr jungen Tier (unter vier Monate). Das jüngere Kaninchen kann sich noch nicht so recht gegen das ältere durchsetzen und ist hier klar im Nachteil.
Oft wir dazu geraten, die Tiere erst in nebeneinander stehenden Käfigen zu halten, damit sich die beiden beschnuppern und an einander gewöhnen können. Doch oft bewirkt man damit das Gegenteil. Die Tiere sehen und riechen sich, können aber nicht an den Partner ran um beispielsweise den Rang zu klären. Das bedeutet nur Frust für die Tiere, der sich dann bei der ersten Zusammenführung entlädt.
Für den ersten Kontakt eignet sich am besten ein neutraler Raum. Wir haben mit dem Bad gute Erfahrungen gemacht, da hier keinerlei Gerüche der Kaninchen sind und es also von keinem der Tiere als „sein“ Revier betrachtet wird. Das mindert schon mal die Aggressionen. Mittlerweile führen wir neue Tiere mit den alten aber auch im Wohnzimmer zusammen. Das bietet viel Platz und zahlreiche Möglichkeiten auszuweichen. Findet die Vergesellschaftung in einem Gehege statt, so sollte auch dies möglichst neutral sein. Also am besten vorher reinigen und neu mit Einstreu, Stroh und Heu ausstatten. Wichtig für beide Orte: sie sollten möglichst groß sein, damit sich die Tiere auch mal aus dem Weg gehen können. Ein normaler Käfig eignet sich also absolut nicht für eine Vergesellschaftung, er ist viel zu klein und hat meistens nur einen Ausgang.
Hilfreich kann auch sein, für etwas Ablenkung zu sorgen. Also ruhig etwas Heu und Grünfutter anbieten, damit sich die Tiere in den Pausen stärken können. Die Tiere können auch gestreichelt werden. Aber bitte gleiches Recht für alle, also kein Kaninchen bevorzugt behandeln.
Sind beide Tiere etwa gleich groß - also entweder beide Jungtiere oder beide ausgewachsen - und gesund, sollte man durchaus auch kleinere Kämpfe zulassen. Es ist völlig normal, dass sich die beiden erstmal gegenseitig jagen und sich auch Fell ausreißen. Oft sind das keine tiefen Bisse, da die Tiere auch bei Stress Fell verlieren. Gefährlich ist es, wenn ein Tier immer das Unterlegene ist und immer unter dem anderen liegt oder die beiden ein einziges kämpfenden Fellknäuel sind. Bei solch harten Kämpfen ist es besser, die beiden Raufbolde kurz zu trennen. Denn ein schwer verwundetes Tier hilft auch nicht weiter. Zwei kämpfende Kaninchen zu trennen ist unter Umständen sehr schmerzhaft, denn man bekommt immer einen Biss ab. Also am besten ein Handtuch oder Handschuhe dafür hernehmen.
Grundsätzlich gilt: Nie die Hoffnung aufgeben und die Geduld verlieren - mit Ausdauer wird es klappen. Nicht entmutigen lassen - bei älteren Tieren hat es bei uns oft bis zu einem halben Jahr gedauert, bis die Zwerge wirklich hundertprozentig miteinander klar gekommen sind. Aber wir konnten bisher jede Vergesellschaftung zu einem positiven Ende bringen.
Diese Mittel wurden uns bislang allerdings nur für Männchen empfohlen. Besonders für solche, die nach der Kastration nicht wesentlich ruhiger geworden sind. Ob die Mittel auch für Weibchen gut ist, wissen wir nicht.
- Staphisagria D 12 (Stephanskraut). Das bekam Benni in Globuli-Form, jeden Tag ein Globuli. Die sind ja süß, kann man ihnen also ins Mäulchen eingeben, dann essen sie die schon. Soll sowohl beruhigen, weniger kämpferisch machen, die Streitlust mindern als auch sexuelle Überreizung (z.B. bei kastrierten Ninchen) mindern. Bei sexueller Überreizung wird auch empfohlen: Bufo D30, Platin D30, Aurum D30, ein Mal täglich 5 Globuli.
- Bachblüten und zwar Beech (Rotbuche) und Vine(Weinrebe). Die Dosierung kann ein Bachblüten-erfahrener Apotheker bestimmen. Bei aggressiven und eifersüchtigen Zwergen: Cherry Plum und Holly, zur Anwendung täglich zwei Tropfen ins Trinkwasser.





