Kaninhop ist eine Sportart, die in Schweden und Dänemark schon seit vielen Jahren stark verbreitet ist, und immer mehr auch nach Deutschland kommt. Mittlerweile gibt es auch hier einige Gruppen und Vereine und auch kleine Wettkämpfe. Es handelt sich dabei um eine Art Agility für Kaninchen. Viele Kaninchenbesitzer streiten sich über Nutzen oder Schaden des Ganzen. Mehr dazu weiter unten. Wir vertreten die Meinung, dass es für viele Menschen und Kaninchen eine gute Beschäftigungsmöglichkeit ist. Aber es müssen einige Voraussetzungen gegeben sein! Grundsätzlich ist erst mal nicht jedes Kaninchen dafür geeignet. Kaninchen, die sich entweder nicht gerne anfassen lassen, sehr nervös und ängstlich sind, oder aber sich nicht gerne bewegen scheiden von vornherein aus. Wer aber merkt, dass sich eines seiner Kaninchen sehr gerne bewegt und sehr zutraulich ist, kann es durchaus mal ausprobieren.
Wer wirklich beim Kaninhop antreten will, der muss das Kaninchen erst an Geschirr und Leine gewöhnen. Auch das funktioniert einfach nicht bei jedem Kaninchen. Ebenso ist bei Vewendung von Geschirr und Leine eine Gewisse Verletzungsgefahr gegeben. Dann kann man mit kleinen Hindernissen anfangen. Die gibt es im Handel, man kann sie aber auch selbst bauen. Wichtig ist jedoch, dass sich das Tier nicht daran verletzen kann, also dass die Stöckchen leicht runterfallen. Bei den Meisterschaften in Skandinavien werden die Tiere je nach Leistung auch in eine Weitsprung und eine Hochsprunggruppe aufgeteilt. Auch da hat jedes Kaninchen seine Eigenheiten.
Grundsätzlich sei aber noch mal gesagt: man kann nicht sagen: ich schaffe mir Kaninchen an, weil ich Kaninhop machen will, sondern man kann höchstens schauen, ob das dem Kaninchen Spaß macht und es die Fähigkeiten hat. Bei den Wettkämpfen sieht man häufig Widdderkaninchen, weil diese oft zutraulicher sind als andere Rassen. Sicher sind auch die extrem kleinen Rassen ungeeignet. Vor allem aber muss man einfach schauen, ob sein Kaninchen daran Spaß hat. Auch an den Wettkämpfen wird natürlich kein Kaninchen gezwungen zu hüpfen. Wenn ein Tier schon nach der Startlinie im Gras sitzen bleibt und lieber leckere Halme frisst, ist das auch ok. Das wichtigste ist wirklich, dass durch so was kein Stress für das Tier entsteht. Aber wer will kann es mit Geduld auch zuhause ohne Leine mal ausprobieren.
Sicher genauso wenig, wie einen Hund an der Leine Gassi zu führen, oder mit einem Pferd über Hindernisse zu springen. Insofern ist die Kritik mancher, das man Kaninchen nicht anleint, oder hochhebt, damit sie animiert werden, über Hindernisse zu springen, durchaus berechtigt. Auch ist bei Verwendung von Geschirr und Leine ein gewisses Verletzungsrisiko vorhanden. Doch hier könnte man genausogut eine Grundsatzdiskussion über die generelle Heimtierhaltung vom Zaun brechen.
Wir waren in Schweden Zuschauer bei mehreren Kaninhop-Veranstaltungen und hatten meistens sehr entspannte Tiere vor uns. Auch der Umgang der Halter mit ihren Tieren war immer sehr liebevoll. Überhaupt waren die Wettbewerbe immer sehr entspannt und wenig leistungsorientert, da sie sehr klein waren und nur eine Handvoll Zuschauer kamen. Sicher muss man hier differenzieren und vieles hängt auch vom Halter und der Größe der jeweiligen Veranstaltung ab. Im leistungsorientierten Deutschland wird da mit Sicherheit oft übertrieben und es werden harte Wettkämpfe ausgetragen. Kaninhop generell zu verteufeln halten wir für kurzsichtig. Aber diese Beschäftigungsmethode ist sicher kritisch zu sehen.
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