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Das heutige Hauskaninchen stammt vom europäischen Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) ab. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Arten aus der Familie der Hasen (Leporidae).

Hasen und Kaninchen werden von Menschen schon seit der Römerzeit gehalten. Dort dienten sie allerdings nur als Nahrungsquelle. Sie wurden in so genannten Leporarien gehalten. Das waren mit Mauern umgebene Gehege, in denen sich die Tiere fortpflanzten. Auch Inseln in Flüssen wurden als Leporarien genutzt, da man sich so die Mauern sparte. Zuerst wurden von den Römern nur Hasen gehalten. Um das Jahr 300 brachten sie von den Küsten Spaniens auch Kaninchen nach Italien. Diese wurden ebenfalls in Leporarien gehalten. Sofern diese nicht auf einer Insel in einem Fluss oder im Meer lagen waren nun Mauern erforderlich, die tief in den Boden reichten, denn Kaninchen graben ja, wie wir wissen, unterirdische Gänge. Trotz dieses Nachteils nahm die Haltung von Wildkaninchen zu. Zum einen harmonierten Hasen und Kaninchen nicht gut miteinander, zum anderen brachten sie pro Wurf mehr Tiere zur Welt. Von Italien aus verbreitete sich das Kaninchen dann auch nördlich der Alpen, wo sie ebenfalls zum Verzehr gehalten wurden. Frei lebende Wildkaninchen galten anfangs als begehrtes Jagdwild, besonders für Adlige. Bauern und Bürgern war die Jagd anfangs sogar bei hohen Strafen verboten.

Im MIttelalter waren es vor allem Mönche in französischen Klöstern, die sich mit der Haltung und Vermehrung von Wildkaninchen beschäftigten. Dort wurden Kaninchen auch erstmals in Käfigen gehalten. In Deutschland und England gab es Anfang des Mittelalters keine Kaninchen. Vermutlich kamen nach Deutschland zuerst zahme und dann wilde Kaninchen. Die erste Quelle stammt aus dem Jahr 1149. Damals bat Abt Willibald des Benediktinerklosters Corvey im Weserland den Abt Gerald des Klosters St. Peter zu Solignac im französischen Bistum Berry um zwei Paar Kaninchen. Ein damals sehr wertvolles und begehrtes Geschenk. Bei den Mönchen waren die Tiere sehr beliebt. Wohl auch dadurch, dass es den Mönchen gelang, beim damaligen Papst die Zustimmung zu erhalten, Kaninchen auch als Fastenspeise verzehren zu dürfen, da es sich ja um keinen richtigen warmblütigen Tiere handele.

Noch mehr Bedeutung erlangte das Kaninchen in Deutschland im 15. Jahrhundert. Besonders die Ritter des Deutschen Ordens hielten die Tiere. Zu dieser Zeit bildeten sich die ersten Größen- und Farbunterschiede heraus, wenngleich es noch keine Kaninchenrassen im heutigen Sinne gab. In Deutschland und Österreich wuchs die Bedeutung des Kaninchens als Fleisch- und Wolllieferant erst während des Deutsch-Französischen Krieges 1871. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits verschiedene Rassen. Besonders bei der armen Bevölkerung wurden sie zu einem wichtigen Ernährungsfaktor. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden viele Kaninchenrassen gezüchtet. Denn als Woll- und Fleischlieferant waren die Tiere nur in Notzeiten, also während der beiden Weltkriege und in den Hungerzeiten danach, von Interesse. Dazwischen wurden die Tiere neben der wirtschaftlichen Nutzung auch von Liebhabern aus Freude am Tier gezüchtet.

Die heutigen Zwergkaninchen müssen gewissen Standards entsprechen, um auf Ausstellungen Erfolg zu haben. Die werden vom Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter e.V. (ZDK) bewertet.

Quelle: "Zwergkanichen", Verlag Ulmer

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